Lesen fördern ohne Tränen – kreative Wege für zu Hause

Lesen fördern ohne Stress: Entdecke kreative Ideen, Apps und Spiele, um deinem Kind Freude am Lesen zu schenken und Tränen beim Üben zu vermeiden.
Warum es beim Lesenlernen nicht um Druck geht
Vielleicht kennst du die Situation: Leseübungen mit deinem Kind enden in Frust, Tränen und Widerstand. Gerade Kinder mit Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) erleben Lesen nämlich nicht als Abenteuer, sondern als Hürde. Dabei ist es entscheidend, das Lesen positiv zu verknüpfen – ohne Druck und ohne ständige Korrekturen.
Geh hier mal von dir selber aus: Dinge, die dir schwer fallen (z.B. vor einer Gruppen von Menschen reden) wirst du mit hoher Wahrscheinlichkeit auch eher vermeiden oder wirst versuchen, dich davor zu „drücken“.
So geht es deinem Kind mit dem Lesen. Es merkt ja meist selbst, dass es hier noch nicht so gut klappt wie bei Klassenkameraden. Es fühlt sich vielleicht unsicher, weil es nicht weiß, wieso das so ist und versucht das Lesen, vor Allem das Vorlesen, auf alle Fälle zu vermeiden.
Statt auf Fehler zu starren, solltest du hier den Blick auf die Freude am Entdecken richten. Denn: Kinder lernen leichter, wenn sie sich sicher fühlen und kleine Erfolgserlebnisse feiern dürfen.
Lesen fördern ohne Tränen: So klappt’s im Alltag
Gestalte Lesezeit als Qualitätszeit
Dein Kind sollte Lesezeit nicht als „Pflichtprogramm“ empfinden. Stattdessen kannst du sie als besonderen Moment im Familienalltag gestalten:
- Sucht euch einen gemütlichen Platz (z. B. Sofa, Kuschelecke, Bett).
- Stellt Snacks oder ein Lieblingskuscheltier bereit.
- Lies selbst mit – Vorlesen und gemeinsames Lesen zeigt deinem Kind: Bücher sind wertvoll.
Tipp: Lieber 5–10 Minuten entspannt lesen als 30 Minuten mit Streit.
Apps und digitale Helfer nutzen
Digitale Medien können eine wertvolle Unterstützung sein – wenn du sie gezielt einsetzt.
Empfehlenswerte Apps und Programme:
- Antolin: motiviert mit Quizfragen zu gelesenen Büchern.
- Lesestart-App (Stiftung Lesen): kostenlose App mit interaktiven Geschichten.
- Silbenfärbungs-Apps: helfen beim Silbieren und reduzieren Frust.
Kinder empfinden das Tablet oder den Laptop oft weniger „schulisch“. So entsteht Motivation ohne den typischen Übungsdruck.
Spielerisch lesen: Spiele für zu Hause
Spiele sind ein idealer Weg, um Lesen im Alltag zu verankern. Einige Ideen:
- Lesebingo: Erstelle ein Bingo mit Wörtern, die dein Kind im Alltag entdeckt (z. B. „Apfel“, „Auto“, „Ball“). Wer eine Reihe voll hat, gewinnt.
- Schatzsuche mit Lesekarten: Schreibe kleine Hinweise, die dein Kind lesen muss, um den Schatz (z. B. eine Kleinigkeit oder ein Kuscheltier) zu finden.
- Wortmemory: Paare bestehen aus Wort und Bild. Dein Kind liest und ordnet zu.
So wird Lesen Teil des Spiels – nicht des Lernens.
Eigene Texte erstellen
Kinder lieben es, selbst Autor zu sein.
- Schreibe gemeinsam kleine Geschichten über das Lieblingstier oder den besten Freund.
- Nutze Fotos aus dem Alltag und erstelle ein Mini-Fotobuch mit kurzen Sätzen.
- Lasse dein Kind Sätze diktieren, die ihr dann gemeinsam lest.
Das stärkt Selbstbewusstsein und Motivation – und zeigt: Lesen und Schreiben haben mit dem eigenen Leben zu tun.
Vorlesen bleibt wichtig
Viele Eltern hören mit dem Vorlesen auf, sobald ihr Kind selbst lesen kann. Doch gerade Kinder mit LRS profitieren weiterhin von vorgelesenen Texten:
- Sie lernen neue Wörter und Satzstrukturen kennen.
- Sie erleben Geschichten ohne Anstrengung.
- Vorlesen vermittelt Geborgenheit und Nähe.
Tipp: Lese auch mal im Wechsel – ein Satz du, ein Satz dein Kind.
Kleine Schritte statt großer Sprünge
Ein häufiger Fehler: zu lange oder zu schwere Texte.
- Wähle kurze, kindgerechte Geschichten mit einfachen Sätzen.
- Starte mit nur wenigen Minuten.
- Steigere die Dauer langsam.
So bleibt die Motivation erhalten, weil dein Kind Erfolge erlebt.
Positive Sprache nutzen
Wie du über das Lesen sprichst, beeinflusst, wie dein Kind es wahrnimmt.
Statt: „Du musst mehr üben“
lieber: „Wir schauen gemeinsam in die Geschichte rein.“
Statt: „Das war falsch“
lieber: „Probier’s nochmal, das schaffst du.“
Kleine Worte haben große Wirkung.
Routinen schaffen
Kinder profitieren von festen Abläufen. Wenn die Lesezeit täglich zur gleichen Zeit stattfindet – z. B. abends vor dem Schlafengehen –, wird sie Teil des Alltags.
So muss das Kind nicht jedes Mal neu motiviert werden.
Fazit: Lesen fördern darf Freude machen
Lesen fördern ohne Tränen ist möglich, wenn wir den Druck rausnehmen und kreative Wege finden. Ob mit Apps, Spielen oder gemütlicher Familienzeit – entscheidend ist, dass dein Kind positive Erfahrungen sammelt.
Denn: Motivation entsteht durch Erfolgserlebnisse, nicht durch Kritik. Je mehr Spaß dein Kind am Lesen hat, desto größer wird die Bereitschaft, dranzubleiben – trotz LRS oder anderer Hürden.
👉 Weiterlesen: In meinem Blog findest du noch mehr Tipps rund um LRS, Dyslexie und Elternhilfe im Alltag.



