Lerntherapie bei LRS

Lerntherapie bei LRS

Warum die erste Stunde nichts mit Lesen und Rechtschreibung zu tun haben muss

Letzte Woche war es endlich so weit:
Ich habe mit den ersten drei Kindern ihre Lerntherapie mit dem Schwerpunkt Lese-Rechtschreib-Störung bzw. Lese-Rechtschreib-Schwäche gestartet.

Ein besonderer Moment – für die Kinder, für die Eltern und auch für mich.

Viele Kinder mit LRS haben nicht nur Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben. Häufig kommen weitere Herausforderungen dazu:
motorische Auffälligkeiten, visuelle Probleme, ADHS oder Konzentrationsschwierigkeiten.

Deshalb sind viele dieser Kinder bereits in anderen Therapien:
Logopädie, Ergotherapie, Physiotherapie oder weiteren Fördermaßnahmen.

Und genau hier entsteht oft ein Problem.

Der Terminkalender der Kinder ist voll.
Therapie reiht sich an Therapie.
Freizeit wird zur Lücke zwischen Verpflichtungen.

Lerntherapie soll kein weiterer Punkt auf der To-do-Liste sein

Mir ist eines besonders wichtig:
Lerntherapie ist kein zusätzlicher Stressfaktor.

Sie soll kein weiterer Termin sein, der sich wie eine Pflicht anfühlt oder den Kindern das Gefühl gibt, „schon wieder etwas nicht zu können“.

Lerntherapie darf – und soll – etwas anderes sein:

  • ein sicherer Raum
  • ein Ort ohne Leistungsdruck
  • ein Ort, an dem ein Kind nicht bewertet wird

Und ja: Lerntherapie darf Spaß machen. Punkt.

Warum ich in der ersten Stunde bewusst nicht mit Lesen oder Rechtschreibung starte

Viele Eltern erwarten, dass es direkt losgeht:
lesen, schreiben, üben, verbessern.

Ich mache es anders. Ganz bewusst.

In der ersten Stunde geht es für mich nicht um Rechtschreibregeln oder Lesetempo.
Es geht um das Kind.

Ich möchte wissen:

  • Wie tickt dieses Kind?
  • Was macht ihm Freude?
  • Was sind seine Hobbys?
  • Und vor allem: Was kann es richtig gut?

Denn genau das geht im Schulalltag viel zu oft verloren.

Stärken sichtbar machen, bevor wir an Schwächen arbeiten

In der ersten Stunde arbeiten wir deshalb mit verschiedenen Arbeitsblättern, die den Fokus auf Stärken legen.
Ja, es wird auch mal gelesen oder geschrieben – aber eher nebenbei.

Diese Aufgaben:

  • werden nicht bewertet
  • haben keinen „richtig oder falsch“-Stempel
  • sollen Selbstvertrauen aufbauen

Die Kinder erleben:
Ich kann etwas. Ich bin mehr als meine Fehler.

Warum dieser Perspektivwechsel so wichtig ist

Wir alle kennen das – ganz ehrlich:
Wir schauen zuerst auf das, was noch nicht klappt.
Auf das, was wir verbessern müssen.
Auf das, was uns schwerfällt.

Dabei vergessen wir oft:

  • was wir schon gelernt haben
  • worin wir gut sind
  • welche Stärken längst da sind

Kinder mit LRS erleben diesen Fokus auf Defizite besonders früh und besonders intensiv.
Genau deshalb ist es meine Aufgabe, diesen Blick zu verändern.

Lerntherapie beginnt mit Beziehung, nicht mit Regeln

Bevor ein Kind lernen kann, muss es sich sicher fühlen.
Bevor es Fortschritte machen kann, muss es Vertrauen fassen – in sich selbst und in den Menschen, der es begleitet.

Erst danach macht es Sinn, gezielt an Lesen und Rechtschreibung zu arbeiten.

Das ist kein UmweUnd genau deshalb beginnt Lerntherapie bei mir nicht mit Fehlern – sondern mit Stärken.

Du bist auf der Suche nach Unterstützung für dein Kind?

Dann schau dir doch HIER meine aktuellen Angebote an!

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen
leselernliebe
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.